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Orang-Utans: Tigerbaby.tv produziert TV- Spots gegen illegale Haltung und Quälerei

Ab 1997 begann Eberhard Meyer mit regelmäßigen Reisen nach Indonesien. Am Anfang waren es besonders die Orang Utans, deren Schicksal die Filmteams immer wieder in ihren Bann zog. Als 1998 schwere Waldbrände Borneo heimsuchten, wurde gerade in der Orang Utan-Rettungsstation Wanariset im Osten Borneos gedreht. Viele Menschenaffen kamen damals in den Wäldern um. Die Sendung, von der ARD um 20:15 ausgestrahlt, führte zu einer Welle der Hilfsbereitschaft. Über 500.000 Mark (ca. 250.000 Euro) gingen in wenigen Wochen an Spenden ein. Hierdurch wurde Wanariset gerettet und konnte darüber hinaus auch in den folgenden Jahren weiter Oran Utans aufnehmen.

Orang-Utan-Kinder auf Autfahrt
Halbwüchsige Orang Utans werden in einer Rettungsstation an "Übungsplätze" im nahen Wald gefahren, um die Rückkehr als "Waldmensch" zu trainieren. (malaiisch: Orang = Mensch; Utan = Wald)

Nach weiteren deutschen Produktionen über die bedrohten Menschenaffen wurde Neuland betreten. tigerbaby.tv erhielt den Auftrag, 10 kurze Info-Spots zu drehen, die gezielt auf das indonesische Fernsehpublikum wirken sollten. Da Orang Utans-Babys als putzige Haustiere missbraucht werden, musste auf die Kinderliebe der Indonesier abgezielt werden und kurz und bündig vermittelt werden, dass Orang Utans als Spielgefährten für die lieben Kleinen schlimme Krankheiten übertragen können. Auch wurde drastisch vor Augen geführt, was größer werdende Orang-Utans mit einer Wohnung so alles anstellen können.

Der indonesische Star-Schauspieler Rano Karno konnte für die gute Sache gewonnen werden - samt seinen Kindern. Zu Beginn der Spots ruft er jeweils zum Einsatz für die Orang Utans auf.

Höhepunkt für Eberhard Meyer, Mitbegründer der Aktion Tigerbaby, war die Realisierung einer 5-teiligen TV-Dokumentation, in der die Erlebnisse von drei deutschen Orang Utan-Freunden an verschiedensten Schlüsselpunkten auf Borneo geschildert wurden. Einer der Teilnehmer, Helmut Huber aus Niederbayern, ist Vorsitzender von "Fans for Nature", einem Verein, in dem anfangs vor allem Fußballfans ihre Liebe zu den Orang Utans entdeckten.

Helmut Huber vom Verein Fans for Nature
Helmut Huber, Vorsitzender von "Fans for Nature", beobachtet einen Schützling.

Diese Reise bescherte auch den Machern der Filme intensive Einblicke in die Vielfalt der indonesischen Regenwald- und Orang Utan-Problematik. Vor allem die Tatsache der fehlenden Wälder für die vielen Orang Utans, die irgendwann ja wieder aus den Rettungsstationen entlassen werden sollen, gibt zu denken. Deshalb wird sich Aktion Tigerbaby ab sofort mit den realistischen Konsequenzen für die Zukunft der Orang Utans befassen. Was muss alles noch unternommen werden, wenn das Aussterben in schon wenigen Jahren noch verhindert werden soll?

Tierfilmer Eberhard Meyer mit Orang-Utan-Kind
In der Rettungsstation Nyaru Menteng (Zentral-Kalimantan, Borneo) hielten sich mehrere hundert Orang Utans auf, die - zumeist als Waisen - einer ungewissen Zukunft entgegen sahen. Ihre Mütter waren meist erschossen worden, dienten. z.T. Waldarbeitern als Nahrung und die Orang Utan-Babies landeten bei Tierhändlern oder gleich als Spieltiere in Haushalten. Nach Beschlagnahmungen werden sie zumeist in Rettungsstationen aufgepäppelt.
Eberhard Meyer und Filmteam
Dreh für die mehrteilige Orang-Utan-Dokumentation. Unterwegs im Sumpfregenwald in Süd-Borneo mit einem Polizeikommando, das illegale Holzfäller im Visier hat (links, mit großem Gerät: BR-Kameramann Michael Stier).
Orang-Utas an der Kamera
Orang-Utans an der Kamera

Weitere Informationen:

  • Allgemeine Informationen über den Borneo-Orang-Utan (Pongo pygmaeus) und den Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii), deren Bedrohung und Schutzstatus auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN)