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Leiden für die Galle: Das Schicksal der Kragenbären in Vietnam

Lösungsansatz 2

Sie stehen mit versteckten Kameras in der Nähe der Eingangstore und filmen, wie Busse mit koreanischen Touristen in eine der größten Bären-"Farmen Vietnams fahren. Nach der Attraktion "Ha Long-Bucht", einem der prachtvollsten Landschaften der Welt, genießen sie nun den Anblick eines betäubten Bären, dem Gallenflüssigkeit entnommen wird. Gleich anschließend darf gekauft werden. Schließlich gelingt es den Naturschützern sogar, sich in eine Reisegruppe einzuschleusen und die illegale Prozedur zu filmen. Die Beweise vielfacher Vergehen liegen bald auf dem Tisch der Ermittlungsbehörden. Einige der "Farmen" werden daraufhin geschlossen. Doch die agilsten Geschäftemacher dürfen weitermachen - noch heute. Denn hier, so wird ungeschönt klar, haben allerhöchste Stellen die Hand im Spiel.

Ampullen mit Bärengalle

ENV läßt sich von solch einem Skandal nicht entmutigen. Der trockene Name "Education for Nature Vietnam" steht für die erste vietnamesische Umwelt­schutz­organisation nichtstaatlicher Natur. Und ENV  belässt es nicht bei gutgemeinten, aber harmlosen Infobroschüren mit Ab­sichts­erklärungen. ENV zeigt auf, wo die Ursachen liegen für Natur­zerstörung und Tierquälerei. Der lasche Umgang mit den Gesetzen, dazu die Korruption und die Gleichgültigkeit weiter Bevöl­kerungs­kreise in Bezug auf die einmalige Artenvielfalt des Landes heißen für Bären, Tiger und andere Bewohner der Urwälder Vietnams nichts Gutes.

Umso mehr schaut ENV Behörden und Tierhändlern auf die Finger. Die Bären-Szene wäre ohne die Observierung durch env-Teams, ohne Berichte, die die Polizei immer wieder mit der Nase auf Gesetzesverstöße durch Tierschinder und Tierhändler stoßen, nicht landesweit bekannt geworden, wie sie es inzwischen ist. Darüber vergessen die Naturschützer aber nicht, einmal im Monat alle Bärenhalter, die sie kennen (weit über 50%) darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit einem Bein im Gefängnis stehen und einer Branche angehören, die letztlich keine Zukunft hat. Immerhin hat diese Politik nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" sogar schon zu freiwilligen Abgaben von Bären geführt.

Wachposten
ENV arbeitet darauf hin, daß solche Bärengefängnisse in Zukunft Geschichte sein mögen.

Sogar internationales Interesse erweckt ENV. Dies wirkt als Stütze nicht nur beim Ausbau der Aktivitäten, sondern sichert auch nach innen ab. Schließlich ist Vietnam nicht unbedingt ein Land, das mit offener Kritik an Polizei und Staatsapparat vertraut ist. Das weiß auch jemand, der einen radikal anderen Lösungsansatz propagiert.

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