Top Image

Projekte

Leiden für die Galle: Das Schicksal der Kragenbären in Vietnam

Lösungsansatz 1

Sie haben wahrhaftig die Erlösungskarte gezogen, die 100 Bären (Malaienbären wie Kragenbären), die in der Rettungsstation Tam Dao nördlich von Hanoi leben. Sie kennen keine engen Käfige mehr, keine skrupellosen Gallehändler. Und auch von den schlimmsten körperlichen Beschwerden sind sie inzwischen befreit. Was chronische Infektionen und andere Folgen ihrer Ausbeutung auch immer angerichtet haben, hier erwarten die Neuankömmlinge gründliche Untersuchungen und die oft nötigen Behandlungen.

Spielende Bären in der Rettungsstation Spielende Bären in der Rettungsstation
Spielende Bären in der Rettungssation

Animals Asia Foundation widmet sich seit Jahren dem Kampf gegen die Haltung von Käfigbären in China und Vietnam. Der Erfolg lässt sich sehen: nicht nur in der Errichtung von Auffangstationen in beiden Ländern, sondern auch im Dauer-Einsatz als Lobbyisten für die gemarterte Kreatur.

Die Kosten müssen enorm gewesen sein, von einigen Mio. Euro allein für die Anlage in Vietnam ist die Rede. Dafür stehen hier großzügige Gehege und eine medizinische und pflegerische Versorgung zur Verfügung, wovon sich mancher Zoo auch in westlichen Ländern eine Scheibe abschneiden könnte. Tigerbaby hat in Tam Dao Falk Wickler, einen der erfahrensten deutschen Tierpfleger, getroffen. Er hat erzählt, was das Besondere an dieser Arbeit mit Tieren ist.

Rettungsstation der Animals Asia Foundation Rettungsstation der Animals Asia Foundation
Rettungssation der Animals Asia Foundation

Um jedes einzelne Bärenschicksal hat sich Animals Asia verdient gemacht. Aber hier sind es einhundert Bären, für die eine qualvolle Existenz mit einer Beschlagnahmung oder (auch das kommt vor, wenn auch selten) mit einer freiwilligen Übergabe durch die Halter zu Ende geht. Sehr viel mehr Bären müsste die Polizei bei den fast ausschließlich illegal agierenden  „Bärenfarmern“ sicherstellen. Aber das Land heißt nun mal Vietnam.

Die Rettungsstation Tam Dao wird in Zukunft noch einmal einhundert Bären aufnehmen können. Dann ist das „Bear Sanctuary“ voll. Doch auch zweihundert Bären können nicht davon ablenken, dass der vietnamesische Skandal weitergeht. So etwas wie Tam Dao ist für alle 3.000 oder noch mehr Bären wohl kaum zu stemmen. Die über alles entscheidende Frage aber lautet, ob der Staat irgendwann bereit ist, den Bären (die ihm ja offiziell alle gehören) die Türen der Qualkäfige tatsächlich zu öffnen, weil er einsieht, dass sich hier doch nichts von alleine löst.

Auch Animals Asia weiß, dass das Problem der Gallebären nicht gelöst ist, solange über 90 Prozent von ihnen in den Händen offensichtlicher Gesetzesbrecher darben. Vielleicht hat es damit zu tun, dass Lösungen durchgespielt werden, wie noch viel mehr Bären von ihrem Schicksal als Gallelieferanten befreien könnten.

Tigerbaby hat die Ohren auf und könnte überdies eigene Ideen liefern … (demnächst mehr)

Gehe zu: > > > Lösung 2

Weitere Informationen: