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Leiden für die Galle: Das Schicksal der Kragenbären in Vietnam

Vietnam-Facts

Vietnam: In dem Land wird eine beachtliche Zahl von Bären (3.000 - 3.500, heißt es) unter erschreckenden Bedingungen in engen Käfigen gehalten, damit ihrer Gallenblase mit einer Hohlnadel, in Abständen von oft nur wenigen Wochen Flüssigkeit entnommen werden kann. Das geschehe, so ist bei Freunden dieses Verfahrens zu hören, im Rahmen einer Tradition, die sich in Vietnam aus der traditionellen chinesischen Medizin entwickelt haben und bei einem Teil der Bevölkerung noch immer Ansehen genießen soll.

Tatsache ist:

Die Haltung von Tausenden von Bären zur Gewinnung von Gallenflüssigkeit hat keinesfalls eine lange Tradition, wie von entsprechenden Interessenvertretern zu hören ist.

Erst vor etwa 10 Jahren begann ein regelrechter Boom. Die meisten Halter haben bis heute nur einige Bären. Doch es gibt "Farmen" mit 50 oder mehr Bären.

Der Begriff "Farm" ist irreführend. Fast alle Bären dort wurden illegal den Wildpopulationen entnommen, kommen z. T. sogar aus Wäldern angrenzender Länder wie Laos oder Kambodscha. Bei "Farmern" begehrt sind Jungtiere. Die Mütter werden in der Regel von den Wilderern getötet.

Die Regierung regelt per Gesetz:

  • Alle Bären gehören dem Staat.
  • Der Staat will die Haltung von Bären offiziell beenden - per "phasing out" (auslaufen lassen, sozusagen).
  • Bärenfarmen dürfen keine neuen Bären aufnehmen.
  • Zur Kontrolle der Bestände werden alle Bären registriert und mit einer elektronischen Kennmarke (Chip) versehen, die den Tieren implantiert wird.
  • Mit Bären oder ihren "Produkten" (also auch der Gallenflüssigkeit) darf kein Handel getrieben werden.

In kleinen wie großen "Bärenfarmen" aber auch in traditionellen Apotheken wird (auf Rezept und ohne) nach wie vor Gallensaft verkauft. (Tigerbaby hätte literweise einkaufen können!) Es gibt auch die Variante von getrockneter Galle auf dem Markt.

Trotz eindeutiger Beweise für diesen Handel besteht für die Ordnungskräfte offensichtlich kein Grund, wirkungsvoll einzuschreiten und dem Skandal endlich ein Ende zu bereiten.

Es ist unumstritten, dass es mit der Bärenpopulation in Vietnam und den angrenzenden Ländern bergab geht und ihr das Aussterben droht.

Tier- und Artenschützer klagen seit Jahren über:

  • Korruption (Bärenhalter, gerade die großen, werden durch Spezis in den Behörden von Strafverfolgung verschont.)
  • nachlässige Anwendung einer an sich guten Gesetzgebung (auffällig auch die vielen Restaurants, in denen geschützte Tierarten auf der Speisekarte stehen).
  • Bärenfarmen dürfen keine neuen Bären aufnehmen.
  • Zur Kontrolle der Bestände werden alle Bären registriert und mit einer elektronischen Kennmarke (Chip) versehen, die den Tieren implantiert wird.
  • Gleichgültigkeit in der Bevölkerung gegenüber Tierquälerei und der Zerstörung der Natur.

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